Archiv für März 2014

Samstag Nachmittag

Den Baumarkt knapp überlebt. Überraschenderweise nichts Aufregenswertes.
Rückweg.
Aussteigen, bzw. der Versuch aus der Trambahn auszusteigen. Eine Rotte Rentner stürmt die Trambahn, war da nicht was mit „erst aussteigen lassen“? Aber sind ja nur Misfits, die da grade eigentlich rauswollen. Pogoerprobung hilft auch hier.

Im Biomarkt toppt das Bionade-Biedermeier sämtliche Angstvisionen die üblicherweise aufkommen, wenn man an der Kasse einen Pensionär vor sich sieht und der dann anfängt, Kleingeld aus dem Portemonnaie zu zittern „Ich hab ’s passend“. Das Biedermeier ist das Barzahlen aber offenbar nicht gewöhnt, die Payback-Karte fliegt noch voll Elan aus dem Kartenfach dem Kassenpersonal zu, der Umgang mit dem Kleingeld fällt sichtlich schwerer. Und JEDER fängt an mit „Moment, das hab ich passend“. Bis man dran ist, ist das vegane biodynamische Futter noch im Laden verwelkt.

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Ach überhaupt, Frankfurt. Traummoloch aus Glastürmen. Die EZB hatte auch als Baustelle mehr Charme, als man zwischen den nachts beleuchteten Kranspitzen noch das Auge Saurons erahnen konnte.
Jetzt reizt sie nur noch den Wunsch nach einer Zwille. Dürfte aber nicht so viel ausrichten.
Bessere Idee: Ein schönes Scharfschützengewehr. Aus sicherer Entfernung von 1-2 km – und gute Scharfschützengewehre reichen sowohl so weit als auch sind sie dann noch treffsicher – des nachts durch die Türme durchschießen. Morgens zieht es dann wie Hechtsuppe und alle wundern sich, bis sie irgendwann die Löcher bemerken …

Zum Verständnis von Streiks

Streikzeit!

Ist ja ein beliebtes Ritual, alljährlich wiederholt, zur Bekräftigung der Forderungen der Lohnempfänger gegen die Lohnzahler folgt nach der ersten Runde der Nennung lachhafter Luftnummern erst mal eine Runde Warnstreik. Momentan übt sich ver.di da und dort in dieser schönen alten Sportart.

Apropos alt. Früher wurde für meine subjektive Wahrnehmung ja mehr gestreikt, anhaltender, ausdauernder, wütender. Und im Ruhrgebiet. Ich hab da noch so Nachrichtenbilder im Kopf von kohleverdreckten Kumpels in großen Mengen. Nostalgieverfärbte Wahrnehmung: Da war der Streik noch Arbeits-Kampf.

Naja. Das ist lange her, das Ruhrgebiet ist quasi abgewickelt und – wieder subjektiv – hütet man sich mittlerweile im produzierenden Sektor, allzu biestig zu werden, denn produziert werden kann ja inzwischen überall, und vor der Konzern den Standort dicht macht … Nun, anderes Thema.

Jedenfalls, zur Zeit läuft sich wie gesagt ver.di warm. Letztens hatte es den Frankfurter Flughafen erwischt als das organisierte Sicherheitspersonal streikte (*), und diese Woche ist der ÖPNV in Hessen dran.
(*) das Sicherheitspersonal, das, und die Tatsache ist an sich auch schon pervers genug für einen eigenen Blogbeitrag, Aufgaben der Bundespolizei wahrnimmt und von diversen privatwirtschaftlichen Firmen zu diesem Zwecke kurz beschult und dann durch die Bundespolizei beliehen wird. Selbstredend: Kostengünstiger aka zu einem schlechteren Lohn als Staatsbeamte.

Jetzt ist das alles andere als der produzierende Sektor, sondern Dienstleistung. Ergo trifft ein Streik nur bedingt die Lohnzahler, denn die lassen ja kein Produkt herstellen, sondern irgendwem eine Dienstleistung angedeihen. Irgendwer ist unterm Strich meist der kleine Max MusterMann von der Straße. Der dann im Streikfall nicht sicherheitskontrolliert oder öffentlich personennahbefördert wird. Der Lohnzahler hat vielleicht mal einen kleinen Verlust z.B. an verkauften Einzelfahrkarten.

Der kleine Max MusterMann von der Straße ist die Person, über die ich mich nach dieser langen Vorrede aufrege. Denn er entblödet sich nicht, das Streikrecht der Lohnempfänger einschränken oder abschaffen zu wollen, weil ER eine kleine Unannehmlichkeit deswegen hat, weil sie ein mühsam erkämpftes Recht ausüben. Dessen Ausübung letztlich auch ihm zugute kommt, wenn er von erstrittenen Rechten (Z.B. der arbeitsfreie Samstag: Wurde erstreikt), von Lohnabschlüssen, oder auch nur von auskömmlich bezahltem Dienstleistungspersonal ganz selbstverständlich profitiert.

Was wäre denn die Alternative der Dienstleister zum Streik, wie sollen sie denn Druck machen auf ihre Lohnzahler? Mit was denn? Oder soll nur das Reinigungspersonal der Verkehrsverbünde streiken? Gut, wenn man das mal 3-4 Wochen durchhielte, würde man das auch irgendwann richtig merken – aber wer würde es merken: Der kleine Max MusterMann von der Straße, wenn er mit der verdreckten Bahn fährt. Und auf wen wäre er dann wieder böse? Das Personal, das sich ja absolut un-mög-lich verhält.

Das ist nun mal die Kehrseite der Dienstleistungsgesellschaft, die Dienste nimmt fast jeder in Anspruch, der es früher auch mal verkraften konnte, dass ein paar Tage kein Stahl gekocht wurde. Die Mittel des Arbeitskampfs haben sich seitdem aber nicht verändert, und mir fallen auch keine Alternativen ein. Irgendwie muss es ja weh tun, irgendwie muss ja eindeutig klar gemacht werden, dass auch der Lohnzahler von den Lohnempfängern abhängt, abhängt davon, dass jemand sein Produkt herstellt, auch wenn das Produkt heute eben meist eine Dienstleistung ist.

Nur der kleine Max MusterMann von der Straße, der ist zu dumm, um zu kapieren, worum es geht. Dass da niemand ihn treffen will. Dass er auch gern zornig und wütend über die kurzfristige Einschränkung seiner Lebensqualität sein darf – nur eben nicht auf die Streikenden, sondern auf die, die zu unerträgliche Lohnangebote machen.

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„Es konnte mir nicht in den Sinn kommen, […] den landläufigen Jargon einzuführen, in welchem deutsche Ökonomen sich auszudrücken pflegen, jenes Kauderwelsch, worin z.B. derjenige, der sich für bare Zahlung von andern ihre Arbeit geben läßt, der Arbeitgeber heißt, und Arbeitnehmer derjenige, dessen Arbeit ihm für Lohn abgenommen wird. Auch im Französischen wird travail im gewöhnlichen Leben im Sinn von ‚Beschäftigung‘ gebraucht. Mit Recht aber würden die Franzosen den Ökonomen für verrückt halten, der den Kapitalisten donneur de travail, und den Arbeiter receveur de travail nennen wollte.“
(Quelle)
- überzeugt mich. Drum die seltsamen Vokabeln „Lohnempfänger“ und „Lohnzahler“.

Los geht ’s …

Ein Quickie zum Einstieg.

2&½ Men hat an dem Punkt mein Interesse gänzlich verloren, als sie den Charlie-Nachfolger Ashton Kutcher in seiner Rolle domestiziert hatten = Haare ab, Bart ab.

Echt jetzt. So ein Milchkeks soll ein Frauenschwarm sein? Eher ein Schwiegermutterschwarm. Wenn ich allerdings so eine Mutter hätte, hätte ich den Kontakt zu ihr auch schon längst abgebrochen. Hätte sie also gar nichts davon.

Jedenfalls, ohne auffallende Haare am Kopf ist der Bub so nichtssagend wie Abertausende glattrasierter mit 5cm langen Haaren auch. Haben wir in Frankfurt in solchen Mengen, damit könnte man den Main aufstauen, und es wären immer noch zu viele übrig.