Archiv für November 2014

Wie soll man den können, selbst wenn man wollte?

E-Autos.
In Zeiten längst nach Peak Oil vllt. eine mögliche Alternative für den Individualverkehr.
Aber.
Es klemmt wieder mal am ausreichenden erschwinglichen Angebot, und zwar vermutlich deswegen, weil es an der entsprechenden Nachfrage gebricht.
Da liegt aber der Fehler im System. Wenn ich mir ein E-Auto kaufen wollen soll, dann muss logischerweise auch geklärt sein, wo ich tanken aka aufladen kann. Wenn die nächste taugliche Steckdose 30 Minuten weit weg ist und ein Ladezyklus 2-3h dauert (und das ist m.W. sehr optimistisch), fällt die Option schlicht aus.

Und genau das ist das Problem. Öffentliche Strom-Tankstellen sind atm noch exzentrische Publicity-Maßnahmen von Energieversorgern. Ich kenne eine, nein zwei. Die eine könnte ggf. zur Klientel passen, liegt aber auch wieder knapp außerhalb der Komfortzone, wenn ich mich entscheiden müsste. Die andere liegt, wenn mich nicht alles täuscht, in einer Kurzparkzone …
Und wo kann man sonst noch Strom tanken? Grübel … genau: Nirgends.

Parkplätze muss man nachweisen, wenn man Wohnraum baut, aber Stromparkplätze nicht.
Die Eigenheim- und Reihenhaus-Klientel, für die wäre doch das E-Mobil als Stadt- und Zweitwagen wie gemacht, wieso macht man bei so Neuerschließungen nicht einfach obligatorisch den entsprechenden Voranschluß aufs Grundstück, wo man dann später nur noch ankabeln muss?
Parkhäuser für Malls und Shopping-Center, da sollen die Leute ja eh lange bleiben und paar € kostet das dann sowieso, wieso da nicht 20-30 Stromplätze anbieten? DAS wäre ein Schachzug. Macht aber vermutlich keiner, weil die Kundschaft nicht elektrisch motorisiert ist, weil … genau. Katze, Schwanz usw.
Und in den verdichteten Innenstadtbezirken, wo Parkraum ohnehin ein Kriegsgebiet ist, da ist die Sache sowieso hoffnungslos. Da würde zwar die Traumklientel wohnen, einkommensstarke LOHAS, von denen wahrscheinlich ein ansehnlicher Prozentsatz wirklich gerne E-mobil wäre, aber wie sollen sie denn, ohne Tankstelle? So verbissen wie in der Platznot da um jeden Abstellplatz gefochten wird, wäre eine Steckdose pro offiziellem Parkplatz noch nicht genug.

Privatisierung ist voll super und so

Oh Post!
2.liebster Hassgegner gleich nach Rewe.
Gegen 15 Uhr beträgt die durchschnittliche Wartezeit 20 Minuten, mit verstreichendem Nachmittag stetig ansteigend.
Dafür wird die Erreichbarkeit von Postdienstleitungen stetig ausgedünnt, die ehemalige Idee von Postagenturen in Einzelhandelsgeschäften ist offenbar außer Mode gekommen. Lediglich bei Briefkästen ist noch ein gesetzlicher Finger drauf, sonst müsste man zu denen wahrscheinlich auch schon ne Tagesreise einplanen, oder lieber gleich direkt zum Briefzentrum fahren.
Und für dieses Serviceangebot, das kaum noch Wünsche unerfüllt lässt, wird dann auch noch mehr als regelmäßig das Porto erhöht. Sicherer ist ja nur noch der Anstieg der Bahnfahrpreise.
Und wie ebenda sieht das bedauernswerte Personal am Ende der Nahrungskette davon selbst überhaupt nichts, im Gegenteil. Die Arbeitsbedingungen der Paketler sind ja schon sprichwörtlich schlecht. Egal wo. Und bei Briefzustellern schaut es nicht besser aus.
Sparwitz ist, dass das früher alles nicht mal besser war. Ich stand auch schon als Teenie viertelstundenlang in der Post an, und Postämter gab ’s pro Ort auch nur je eines (hey, auf dem Land, ja?). Und konnte ein Postbote damals gut oder zumindest anständig leben von seinem Lohn? Ich weiß es nicht.

Die Privatisierung hat ’s also voll gebracht.
Das Serviceangebot ist gleich [schlecht] geblieben, Preise sind gestiegen und die Arbeitsbedingungen haben sich verschlechtert.
Hatte man immer irgendwie leicht anders gehört, nech.

Oh, doch, einen Vorteil hab ich dadurch.
Wenn mir die Schlange an der Post, die schon die Haustür erreicht hat, zu lang ist, kann ich zu nem anderen Paketshop gehen und meine vermaledeite Retoure dort abgeben. Billiger als mit DHL. Und mit der bösen Gewissheit, dass ich dem Lohndumping auch noch Vorschub geleistet habe dadurch. Aber würde ich das nicht ohnehin tun?

Gier und Wachstum, Wachstum und Gier

„Die Wachstumsprognose wurde um 0,bla % nach unten korrigiert“, hört man und das Geschrei, Gezeter und Weltuntergangsgeheule ist groß.

Aber was soll denn der Scheiß?
Es gibt da diese nette kleine Geschichte von dem Fischer und dem Geschäftsmann: Der Fischer liegt nachmittags gemütlich am Strand und genießt die Sonne. Der Geschäftsmann ist auf Urlaub, kann aber nicht so ganz aus seiner Haut und fragt den Fischer, warum er denn dem Müßiggang fröhne. Auf des Fischers Schilderung seines Arbeitstags hin schlägt der Geschäftsmann ihm allerlei Optimierungen vor, größeres Boot, bessere Fangmethoden, Angestellte, usw. Der Fischer fragt am Ende, warum er das denn tun sollte. Und der Geschäftsmann, voller Unverstand, erwidert: „Damit sie dann nicht mehr selbst arbeiten müssen sondern sich an den Strand legen und die Sonne genießen können“ – „Aber genau das tue ich doch jetzt schon“, meint der Fischer unbeeindruckt und beendet damit dieses unnötige Gespräch.

Damit wäre im Prinzip schon alles gesagt. Nur versteht das Prinzip offenbar keiner. Die Gier wird uns von klein auf anerzogen, Gier nach Gütern, Gier nach diesem, Gier nach Konsum unterm Strich. Gern auch verknüpft mit Neid bzw. der Möglichkeit, andere neidisch zu machen. Das alles, um die Wachstumsdoktrin in uns zu verankern, um uns gefügig zu machen für die „Notwendigkeiten“ der Wirtschaft. Wer da nicht wächst, ist schon dem Untergang geweiht. So will man es zumindest weismachen. Nur den Sinn, den kann keiner schlüssig erklären.

Hätte ich einen kleinen Tante-Grantig-Laden, und Spaß daran, diesen Laden zu haben, und genug Leute, die gerne bei mir Dinge kaufen, um damit mein Auskommen zu haben, was bräuchte ich dann mächtige Überschüsse? Wozu müsste ich dann expandieren? Wie gesagt, ich hätte mein Auskommen, angenommen sogar genug Auskommen um 2x im Jahr für 2 Wochen den Laden zuzusperren, in Urlaub zu fahren, und bisschen was fürs Alter zurückzulegen. Die Zufriedenheit mit dem Status Quo, das ist es, was aberzogen wird. Die Gier nach einem größeren Auto, nach „Luxus“-Artikeln, nach Blingbling und „Glamour“, die wird anerzogen, um willfährige Konsumsklaven zu haben, damit wiederum wieder alle anderen ihre Wachstumsideen verwirklichen können.

Aber wozu?
In einem geschlossenen System – und spätestens der Globus stellt diese Grenze dar –, ist irgendwo Schicht im Schacht.