Gier und Wachstum, Wachstum und Gier

„Die Wachstumsprognose wurde um 0,bla % nach unten korrigiert“, hört man und das Geschrei, Gezeter und Weltuntergangsgeheule ist groß.

Aber was soll denn der Scheiß?
Es gibt da diese nette kleine Geschichte von dem Fischer und dem Geschäftsmann: Der Fischer liegt nachmittags gemütlich am Strand und genießt die Sonne. Der Geschäftsmann ist auf Urlaub, kann aber nicht so ganz aus seiner Haut und fragt den Fischer, warum er denn dem Müßiggang fröhne. Auf des Fischers Schilderung seines Arbeitstags hin schlägt der Geschäftsmann ihm allerlei Optimierungen vor, größeres Boot, bessere Fangmethoden, Angestellte, usw. Der Fischer fragt am Ende, warum er das denn tun sollte. Und der Geschäftsmann, voller Unverstand, erwidert: „Damit sie dann nicht mehr selbst arbeiten müssen sondern sich an den Strand legen und die Sonne genießen können“ – „Aber genau das tue ich doch jetzt schon“, meint der Fischer unbeeindruckt und beendet damit dieses unnötige Gespräch.

Damit wäre im Prinzip schon alles gesagt. Nur versteht das Prinzip offenbar keiner. Die Gier wird uns von klein auf anerzogen, Gier nach Gütern, Gier nach diesem, Gier nach Konsum unterm Strich. Gern auch verknüpft mit Neid bzw. der Möglichkeit, andere neidisch zu machen. Das alles, um die Wachstumsdoktrin in uns zu verankern, um uns gefügig zu machen für die „Notwendigkeiten“ der Wirtschaft. Wer da nicht wächst, ist schon dem Untergang geweiht. So will man es zumindest weismachen. Nur den Sinn, den kann keiner schlüssig erklären.

Hätte ich einen kleinen Tante-Grantig-Laden, und Spaß daran, diesen Laden zu haben, und genug Leute, die gerne bei mir Dinge kaufen, um damit mein Auskommen zu haben, was bräuchte ich dann mächtige Überschüsse? Wozu müsste ich dann expandieren? Wie gesagt, ich hätte mein Auskommen, angenommen sogar genug Auskommen um 2x im Jahr für 2 Wochen den Laden zuzusperren, in Urlaub zu fahren, und bisschen was fürs Alter zurückzulegen. Die Zufriedenheit mit dem Status Quo, das ist es, was aberzogen wird. Die Gier nach einem größeren Auto, nach „Luxus“-Artikeln, nach Blingbling und „Glamour“, die wird anerzogen, um willfährige Konsumsklaven zu haben, damit wiederum wieder alle anderen ihre Wachstumsideen verwirklichen können.

Aber wozu?
In einem geschlossenen System – und spätestens der Globus stellt diese Grenze dar –, ist irgendwo Schicht im Schacht.