Archiv für November 2016

das kann nie was werden

was humaneres als Hartz IV, bedingungsloses Grundeinkommen, etc. pp. -
ist mit der Menschheit nicht zu machen, die Überzeugung wird bei mir immer manifester.

unter einem FB-Post der Linken zur Regelbedarfsfestsetzung unter Nahles – die sich, was Wunder, natürlich auch nicht von der mehr als zweifelhaften Berechnungsmethode ihrer Vorgänger unterscheidet (*) – finden sich Kommentare… wohlgemerkt, da handelt es sich ziemlich sicher um Sympathisanten der Linken. denen mehr Empathie und Hirn zuzutrauen als Nazis und Faschisten, AfD-Sympathisanten und Sozialdarwinisten ist offenbar nur wieder ein Paradebeispiel für meine rettungslose Naivität bzgl. der Menschheit.

„was kann man von der Eifeler-Bauerntrampel, die nie in ihrem Leben etwas gearbeitet hat, schon anderes erwarten?“
- wer nicht malocht hat, hat auch kein Recht, mitzureden. kommt gleich nach, wer nicht arbeitet, braucht auch nicht essen. Arbeit adelt nicht nur, Arbeit qualifiziert offenbar auch. da fällt mir einfach nichts mehr ein.

„Wenn ich das wieder hier lese, dass die Automation Arbeitsplätze vernichtet. In den 80er waren es die Computer, dann die Industrie Roboter jetzt Industrie 4.0. Das Problem ist eher der Wille zur Leistung und die Qualifikation.“
- und da jetzt ganz klassisch. wer erwerbslos ist, ist selbst schuld. nicht etwa das Missverhältnis von 8 Mio. Erwerbslosen zu vllt. 2 Mio offenen Stellen. von denen, die arbeiten und aufstocken müssen und auf diese Weise ins ALG2-System fallen, ganz zu schweigen, bzw.: die sind natürlich auch selbst schuld, nämlich unqualifiziert und Minderleister, sonst würden sie ja ein existenzsicherndes Gehalt erarbeiten.

aber was will man schon von jemandem, der noch nie im Leben erwerbslos war, schon anderes erwarten?

Anekdote am Rande:
diese Woche beim Arbeitsamt der Arbeitsagentur der Agentur für Arbeit erlebt. nach 20 Jahren ununterbrochener Berufstätigkeit und dementsprechend keiner Ahnung von aktueller Mode hinsichtlich Bewerbungslayout das Statement der Arbeitsvermittlung: „Sie sind halt zu lang draußen“ – um sich auszukennen, was bei Bewerbungen derzeit als schick gilt. ich konnte mir den Einwurf „eigentlich war der Kunde zu lang drinnen, ununterbrochen in Arbeit nämlich“, nicht verkneifen. schon ärgerlich, so ein Arbeitnehmer, den man erstmal auf Bewerbungsseminar schicken muss, weil er sich erlaubt hat, zwei Jahrzehnte durchgehend malochen. wo kommen wir denn da hin, der verursacht doch nur Kosten! Frechheit!

achso, das (*) noch.
die Regelsatzberechnung in aller Kürze. anstatt zu betrachten, welche Güter und Dienstleistungen der Mensch in etwa benötigt, um ein Mindestmaß an Zivilisation zu erleben und an der Gesellschaft teilnehmen zu können, das wäre das Warenkorbmodell, wird herangezogen, was eine Gruppe mit vergleichbarem Einkommen für die verschiedenen Bereiche der Lebenshaltung ausgibt. nennt sich Verbraucherstichprobe.
der Pferdefuß dabei: es handelt sich um einen Zirkelschluß. weil die Armen mit einem sehr geringen Einkommen kein oder nur sehr wenig Geld für bestimmte Aspekte des Lebens aufwenden können, wird angenommen, das sei nicht gewünscht und daher auch nicht nötig. so wird Mangel manifestiert und zementiert, indem argumentiert wird, die Armen gäben für zB Friseur, Kultur oder Biofleisch kein Geld aus – doch nur, weil sie es nicht können! aber eben dieser Aspekt fehlt bei der Betrachtung. aber das war halt schon die ganze Zeit so, und wer nicht glaubt, dass das gewollt sei, dem kann zumindest ich nicht weiterhelfen.