Archiv der Kategorie 'Dogmen hab ich gefressen'

Krankheiten und Krankheiten

Hab grad einen interessanten Artikel gelesen, in der zweiten Hälfte neurologisch, wenngleich interessant, aber besonders ist mir die erste Hälfte aufgefallen.

Es geht um die Anorexie, anorexia nervosa oder mit der deutschen Bezeichnung: Magersucht. Bevor der Artikel zu den neuen biophysio- und biopsychologischen Forschungsansätzen kommt, kommt erst einmal ein langjähriger Therapeut zu Wort, der seit zwei Jahrzehnten Personen behandelt, die an Magersucht leiden.
Dabei fielen mir einige Stellen ins Auge:

  1. „Kann man ein Talent für den eigenen Tod haben? Eine Begabung zur Selbstzerstörung?“
  2. „Wer hat Schuld daran, wenn ein junger Mensch anorektisch wird? Die Gesellschaft, die Magermodels, die Eltern?“
  3. „die er seit vielen Jahren begleitet, die immer wieder […] in seine Klinik kommen […], die sich einfach nicht aus einem Umfeld lösen können, unter dem sie leiden – aus einer Familie voller Konflikte zum Beispiel: „Das sind Fälle, die ich als sehr schmerzhaft empfinde. Es tut schon weh zu sehen, wie meine Patienten dorthin zurückgehen, wo ein Leben ohne Krankheit einfach nicht funktionieren kann.““

Warum?
Weil mich die Fragen und Aussagen an eine ganz(?) andere Kategorie Krankheit erinnern, über die im allgemeinen nicht so empathisch berichtet wird, obwohl sie mit der Anorexie sogar die landläufige Bezeichnung gemein haben: Substanzmissbrauchsstörungen, Abhängigkeitserkrankungen, vulgo: Süchte.
Dem Artikel und der Autorin will ich damit überhaupt keinen Vorwurf machen, das nur am Rande. Im Artikel selbst steht nichts unsensibles, Kritik übe ich an den ganzen anderen Texten, die über Abhängigkeitskrankheiten geschrieben wurden und werden.
Sehr auffällig finde ich, wie sehr auf der einen Seite die Magersucht als lebensbedrohliche Krankheit, (unbewusst) beabsichtigte Selbstzerstörung wider Überlebensinstinkte gesehen wird, die nicht immer heilbar ist, deren Therapiemethoden sich ändern und individuell sein müssen, und komplexe, hochindividuelle Auslöser hat, die über die Veränderungsmöglichkeiten der Betroffenen zum Teil weit hinausreichen.
Auf der anderen Seite aber werden Menschen mit anderen „Süchten“ wesentlich leichter verurteilt, ihnen die Schuld an ihrer Situation allein zugeschoben, oder brüsk harte Brüche verlangt, die man anderen Patient*innen niemals zumuten würde.
Obwohl langsam, ganz langsam, Abhängigkeit als Krankheit bzw. Verhaltensstörung anerkannt und eine Behandlung mehr und mehr Sache der Medizin und nicht der Gerichtsbarkeit wird, ist der Umgang mit den Betroffenen größtenteils noch ein anderer.

Siehe bspw. Punkt 3:
In der Behandlung von Substanzmissbrauchsstörungen ist gang und gäbe, vom Patient zu verlangen, die sozialen Bezüge (zu anderen Abhängigkeitskranken) abzubrechen, möglicherweise umzuziehen, die Stadt zu verlassen und alles, was an das Leben mit der Abhängigkeit erinnern könnte, zu meiden. Das täte vielen anderen psychisch Kranken sicherlich auch gut, könnten sie ihre familiären und sozialen Bezüge quasi „auf ärztliche Anweisung“ abbrechen und hinter sich lassen… Aber nur die Suchtkranken sind mit einem solchen Tabu belegt, dass diese Kreise für eine Genesung um jeden Preis gemieden werden müssen; und kaum je wird in Betracht gezogen, es könne noch andere Auslöser für einen Substanzkonsum allen schädlichen Auswirkungen zum Trotz geben, außer dem schlechten Vorbild „falscher Freunde“.

Für alle drei Ausschnitte gilt:
Ein psychischer Zustand, der danach schreit, sich selbst zu zerstören, oder ein Schrei ist, dass das Leben nicht erträglich ist, dass man es nicht aushält, oder einfach nur Hilfe bräuchte, sich aber nicht artikulieren kann. Der Magersucht gesteht man das offenbar zu. Und Menschen mit einer Abhängigkeit? Sind mit dem Stigma belegt, moralisch verwerflich zu handeln, sich ungehemmt dem Vergnügen/Highsein hinzugeben; einen Eindruck davon verschaffen einem schwer verdaulich die Kommentarbereiche der Online-Medien (die moderierten Bereiche der Online-Ausgaben von Zeitungen, nicht die Abgründe der Social Media).
Substanzgebrauchsstörungen haben wie es scheint keine Ursache außer dem zu verurteilenden Fehlverhalten.
Menschen mit einer Abhängigkeit „müssen eben“ aufhören, entziehen und abstinent werden, und wenn es danach zu einem „Rückfall“ kommt, liegt die Schuld allein bei den Betroffenen: Sie hätten ja „bloß“ die Finger davon lassen müssen, so „einfach“!
Die Schuldzuweisung ist bei anderen psychischen Erkrankungen auch oft gegeben, die Betroffenen haben dann halt irgendwelche Fehler gemacht, ihre Medikamente nicht richtig genommen, die Psychotherapie nicht fortgesetzt oder ihre Verhaltens-Übungen nicht gemacht, aber nie ist die Verdammung so groß wie bei Menschen mit einer Abhängigkeit.

Überhaupt: Schuld, an einer Krankheit?
Klingt wie totaler Unsinn, ist aber doch verbreitet. HIV ist „ganz einfach“: Irgendwas mit Sex oder intavenöser Drogenkonsum. Lebererkrankungen? Sicher Alkoholmissbrauch. Krebs? Raucher, oder nicht gesund genug ernährt und genug Sport betrieben, ganz klar. Und der depressive Schub wäre nicht passiert, wenn die Schlafhygiene stimmen würde und man oft genug in die Sonne gegangen wäre. Schließlich „weiß“ man ja, welches Fehlverhalten krank macht. Ist zwar nur ein Mechanismus, um die Angst vor dem Unbeherrschbaren zu kontrollieren und psychologisch insofern sogar verständlich. Die Last haben aber die Menschen mit der Erkrankung, die nicht nur darunter leiden, sondern auch noch unter dem Stigma ihrer Umwelt.

„Entgiftung lautet der einzig sinnvolle Vorschlag und dann arbeiten statt den ganzen tag mit der alten Clique abhängen“ [sic], ist ein Leserkommentar in der Münchner „Abendzeitung“ zu der Meldung, dass die bayrische Staatsregierung auch den Vorstoß aus München zur Einrichtung eines Drogenkonsumraums ablehnen will.

Vielleicht sollte man sich angewöhnen, sich vor jeder Aussage über Menschen mit einer Abhängigkeit zu fragen, ob man das Gleiche auch sagen würde, wenn es statt um Abhängigkeit um Anorexie, Depressionen, Krebs oder Grippe gehen würde.

Bloß keine Empathie! – Echt jetzt?

Anlass war folgender Artikel in der Zeit: „Empathie blendet uns“
Abstract:

Sich in andere hineinversetzen – eine wunderbare Fähigkeit, gerade in Zeiten von Terror und Flucht?
Nein. Ein Gespräch mit dem Psychologen Paul Bloom, der eine Alternative vorschlägt.

der Text dazu entstand ursprünglich als Kommentar bei Facebook, wg. einigermaßenen Zuspruchs transferier ich ihn jetzt auch hierher.

wenn ein Psychologe vs. Empathie argumentiert, werd ich schon spontan skeptisch: das empathische Einlassen auf den Gegenüber ist im therapeutischen Setting eine der Grundvorraussetzungen überhaupt. der therapeutische Aspekt mag bei seiner, also Paul Blooms, Arbeit weniger eine Rolle spielen, aber er diskreditiert Empathie ja nachgeradezu.

die zitierte mediale Präsentation von menschlichem Leid zur Rechtfertigung von Kriegen etc. zielt mMn auch gar nicht in erster Linie auf Empathie ab, sondern auf den sozialen Druck einer (vermeintlichen?) sozialen Verpflichtung – „du kannst doch nicht allen Ernstes dagegen sein, dieses Kinderelend zu beenden!?!“

weiterhin das Experiment zu Empathie und Rache. die Forschung dazu läuft noch, allein deswegen find ich es schon unsauber, schon von Ergebnissen zu reden (sowas macht sich zB medial ganz schnell selbständig). außerdem ist derartige Empathie wie im Beispiel zitiert oft auch ganz falsch verstanden. viele Opfer haben nämlich grade diesen Rachegedanken nicht. das ist so eine Pseudo-Empathie, in die imo auch die Hilflosigkeit reinspielt, dem Opfer wirkliche Hilfe zu leisten, „gehen wir halt auf den Täter los, wenn wir schon sonst nichts tun können“. (kann ich mir großartig als Comic-Strip von Erzaehlmirnix vorstellen btw)

vor mir wurde noch folgendes kommentiert (minimal zusammengefasst, Verfasser bekannt, hier aber absichtlich namentlich weggelassen):

und genau das laesst soziale dienste so mangelhaft sein wie sie sind.
diese einstellung ist keine wirkliche hilfe mehr; symptomatisch fuer den seit jahren anhaltenden abbau des sozialen, nun auch ideolgisch bei der medialen deutungshoheit angelangt.
ich geb mir sowas vllt wenn ich nach einer zielgerichteten funktionalen adjustierung meiner konstitution suche; einer stromlinienfoermigen anpassungsunterstuetzung. sicher aber nicht wenn ich wirkliche verstehende hilfe suche.
ein ziemlich erbaermliches eingestaendnis der ueberforderung in der sozialen und therapeutischen arbeit mmn.

da muss ich in der Tat zugeben, dass ich diese Implikationen für die soziale und therapeutische Arbeit nicht ganz nachvollziehen kann. vllt. denke ich auch einfach nicht tief genug. also, ich halte das nicht für falsch gedacht, komme nur selbst einfach nicht so weit, was die Auswirkungen betrifft (dass Empathie eine Grundvoraussetzung für die therapeutische Beziehung darstellt, hab ich ja auch schon eingangs erwähnt).

das ändert aber nichts daran: diese totale förmliche Diffamierung der Empathie ist imo grundfalsch. richtig ist zwar, dass die Ableitung von Handlungen erfordert, dass die Ratio eingeschaltet wird, was im Artikel dann unter Mitgefühl firmiert. rationales Helfen ohne vorherige, auch intensive, Empathie bleibt aber oberflächlich, geglättet, und kalt, nach dem Motto „komm mir mit deinen Problemen ja nicht zu nahe“ und das kann in jedem Fall nur falsch sein.

Alt genug zum F…..

ich steh nicht auf Religion – dürfte jeder wissen, nicht nur wer mich kennt, sondern auch wer mich „nur“ liest.

ein Argument v.A. gg. eine bestimmte derzeit besonders umstrittene Religion kotzt mich aber einfach entschieden an und ich find es scheinheilig, an den Haaren herbeigezogen und mit zweierlei Maß gemessen, bzw. wo letzteres der Fall nicht ist, einen bescheuerten Schritt zurück.

„Kinderehen“ sind das Thema, und ein vorgeschobener Jugend- bzw. Mädchenschutz, der mir einfach wesentlich zu weit geht.
TV-Bericht – der gar nicht mal so einseitig war sondern sogar recht vernünftig – zeigt ein 16-jähriges Mädchen, ganz offensichtlich bis über beide Ohren total verknallt und andernorts, wo das möglich ist, legal verheiratet, wird in Deutschland von ihrem Ehemann getrennt, unter strenge sittliche Aufsicht vom Jugendamt gestellt, darf ihren Partner/Freund/Mann nicht mehr ohne Aufsicht sehen und ihm droht noch die Verfolgung wegen Sex mit Minderjährigen (wenn man die Ehe als vollzogen annimmt). selbst, wenn ich das Level senke auf 14, find ich nix dran. 13, hmmmnaja, schon schwieriger – aber nicht prinzipiell verwerflich. wahrscheinlich ist für mich persönlich die Grenze, bei der ich sage, da funktioniert das in aller Regel noch nicht mit echter Überlegung und freier Entscheidung, so bei zwölf Jahren.

übrigens, mit Einverständnis des Familiengerichts und volljährigem Ehepartner kann man auch in Deutschland ganz legal mit 16 heiraten…

damals™, in meiner Jugend, also vor vielen vielen Generationen *packt den Gehstock aus*, und jetzt hoffe ich, dass mich meine Erinnerung nach all den Jahren nicht zu sehr trügt. jedenfalls, da war das so, dass man mit 14 „wesentlich“ werden durfte, wenn das zweite Beteiligte noch keine 18 war. war eins schon über 18, musste das Jüngere 16 sein, damit alles seine ethisch-moralische Ordnung hatte. aber im Grunde genommen wurde den Teenies zugestanden, mit 14 herum die Reife erlangt zu haben, dass sie selbst drüber entscheiden können, ob sie Sex haben wollen oder nicht.

dann verprüdete das gesellschaftlich und folglich gesetzgeberisch auf einmal wieder – war zumindest mein Gefühl bei der Sache. subjektiv fand ich es weniger durchsichtig als da, als es mich noch betraf. ich steig ehrlich gesagt nicht auf Anhieb durch und find es auch zu unhandlich, um es hier wiederzugeben. beide gleich alt macht noch am wenigsten Probleme, je älter eins wird, desto komplexer wird dann alles, aber bei 21 ist wieder Schluss mit differenzieren, 21 oder 51 ist dann schon wieder egal, was ich auch unpassend finde.
bescheuerte Randregelung: zwei 15-jährige dürfen zusammen tun, was sie wollen, aber wenn sie sich mit dem Kontext im Sinn fotografieren, fällt das unter jugendpornographische Schriften *facepalm*.
aber unterm Strich nach wie vor: im Großen und Ganzen ist gesetzlich ziemlich OK, wenn ≥14-jährige aktiv sind, und ausnahmsweise auch, wenn 16-jährige heiraten.

so und jetzt zur Religionskritik: dass ich nicht befürworte, 8-jährige Kinder zu verheiraten, steht hoffentlich außer Frage.
aber unter dem Deckmäntelchen des (vor allem) Mädchenschutzes mit dem moralischen Zeigefinger auf Partnerschaften zu deuten, nach denen sich keiner umdreht, ganz platt gesagt, solange „sie“ kein Kopftuch aufhat, ist mir zu billig, zu einfach, zu eindimensional, zu prüde, zu spießig, zu blöd.

hätte mir jemand diesbezüglich Vorschriften machen wollen, als ich 14, 15 war, ich hätte der Person aber was gehustet.
sehr früh eingegangene Partnerschaften können halten, oder auch nicht. wie jede andere Partnerschaft auch.

wenn man ’nem Menschen zugesteht, so einsichtsfähig zu sein, dass er für begangenes Unrecht auch gradestehen muss – also die Strafmündigkeit –, dann entbehrt es für mich nachvollziehbarer Logik, dass die Fähigkeit zu einvernehmlicher Partnerschaft und Sexualität viel später entwickelt werden soll.

gegen Kindesmissbrauch und Kinderehen vorgehen – jederzeit d‘accord.
Beziehungen mit jugendlichen Beteiligten (pauschal) zum Religionsbashing heranziehen – abgefuckter Bullshit.

Vorsätze

Gute Vorsaetze

ich krieg einfach spontan meine Zweifel an der Durchdachtheit einer solchen Liste, wenn sie schon mit „get up early“ anfängt.
was soll dadurch besser sein? was ist positiver, erfolgreicher, mehr „Wachstum“ daran, früher 8 Stunden zu schlafen als später?

dann: „invest in your health“. weil es ja auch gesicherte Erkenntnisse gibt, wie man seine Gesundheit wirklich und 100%ig fördern kann – und nicht nur Ansichten, Ideologien und Dogmen. meine persönliche Ansicht ist: Verkneifen macht verkniffen, dauernd schlechtes Gewissen macht krank, Wohlbefinden und Glücksmomente sind auch dem Körper und der Gesundheit zuträglich. wenn sich daraus überhaupt etwas ableiten lässt, dann vllt ein wenig Mäßigung.

„avoid time wasters“. klingt klug. niemand verschwendet gern Zeit, denn Zeit ist ja schließlich auch Geld, und ich brauche ja jede Menge Zeit, um in meine Gesundheit zu investieren, Bücher zu lesen (im Übrigen natürlich nur Ratgeberliteratur, Belletristik zählt natürlich unter time wasters) und:

meine Ziele aufzuschreiben. extrem wichtig, da kann ich mir dann am Jahresende besonders gut anschauen, welche Sau am Jahresanfang durchs Dorf getrieben wurde, und wie oft sich die Mode an Zielen, die man haben muss, unterm Jahr geändert hat. angeblich verwirklichen ja Leute, die ihre Ziele aufschreiben, sie auch eher. ich zweifle da aber gern die Erhebungen an, denn die, die sich, meist im Psychologie-Grundstudium, an solchen Erhebungen fortgeschrittener Kommilitonen beteiligen, sind so hochmotivierte junge Studienanfänger, die erfüllen das Untersuchungsziel schon aus purer Begeisterung freiwillig.

(Hoppla. akademische Erstkontakte bewiesen, unleserlichen Schachtelsatz produziert. nochmal in einfach:
solche Erhebungen zu Zielerfüllung erlebte ich ca 10 während meiner Studienzeit. machte allerdings nie mit, u.a. weil mir die Fachrichtung unsympathisch war/ist.
es machten aber genug Kommilitonen im Grundstudium mit, ganz begeistert von den tollen!, innovativen und superhilfreichen Konzepten. bei solchen Probanden erscheint einleuchtend, dass die Erfolgsquote im Experiment ein wenig höher liegt als bei einer rein zufälligen Stichprobe,ne? Exkurs in besserem Deutsch Ende)

aber: was sind denn meine Ziele? die Punkte auf dieser Liste? das wäre brav, gell?
was, wenn ich sowas nicht habe? wenn sich mein Ziel darauf beschränkt, mich nicht noch tiefer in die Scheiße zu reiten, oder auch mich einfach nicht mehr so unnütz über blöde Bilder im Internet aufzuregen? das ist trivial genug, dass ich dran denken kann, ohne es aufzuschreiben.

„make it a year of growth“ – schon mal davon gehört, dass Wachstum Grenzen hat? und was soll wohin wachsen? die Frage stellt sich offenbar gar nicht. Wachstum ist heutzutage offenbar ein sich selbst erklärender und rechtfertigender Selbstzweck.

um sinnvoll zu sein, bräuchte das Bild nur einen einzigen Satz: don‘t give a shit on anything anyone tells you.
damit wäre wirklich alles gesagt.

aber der Trend ist nun mal Selbstoptimierung.
smarter, not harder.
wer mit sich zufrieden ist, verharrt in Stillstand, verweigert Wachstum, konsumiert am Ende keine Ratgeber mehr um sich über den aktuellsten Trend in Sachen richtige Bücher, was ist Zeitverschwendung, Gesundheitsbewusstsein, „smart“ arbeiten zu informieren. wer mit sich zufrieden ist, glaubt am Ende nicht mehr, dass mehr von irgendwas (vor allem natürlich: Geld) glücklicher macht – ja, verweigert die Beteiligung an der Gesellschaft! und das geht ja nun wirklich nicht…

alles hat ein Ende…

O.M.G.
Wurst ist krebserregend.
wir werden alle sterben!
denn eine andere Studie besagte auch schon, dass Vegetarier ein höheres Darmkrebsrisiko haben.
oha.

vllt. liegt es auch nur einfach daran, dass die Menschheit bis dato noch generell sterblich ist, und früher oder später an irgendwas eingeht. Gifte, Unfälle, Erkrankungen ohne klare Ursache, Erkrankungen mit zugeschriebener Ursache. unterm Strich alles mehr oder weniger tödlich, aber auch das weniger tödliche führt nicht dazu, dass das Ende unendlich hinausgezögert wird. die Endlichkeit und finale Überschaubarkeit der Existenz stellt aber nach wie vor ein Tabu dar, ein Denkverbot geradezu.

möglicherweise hat das ja jetzt auch ein bisschen was Gutes, und Futteralternativen neben Fleisch rücken ein bisschen mehr in den Fokus.

ich wäre aber nicht ich, wenn mir nicht ein großes Menetekel vorschweben würde: wer Fleisch isst, verhält sich gesundheitsgefährdend und hat dementsprechend Nachteile zu erwarten, in Form von Sanktionen z.B., oder es wird gleich generell reglementiert.
remember Demolition Man, verboten sind Kontaktsportarten, scharfe Gewürze, Fleisch, Salz, der Austausch von Körperflüssigkeiten… wir nähern uns dem an.