Archiv der Kategorie 'tiiieeef durchatmen... AAAAHHH!'

Wem gehört eigentlich die SZ? INSM? / tiiieeef durchatmen… AAAAHHH! #10

WTF SZ? echt jetzt?
oder gehört Bullshit dieser Größenordnung in die Kategorie „muss man ja noch sagen dürfen“? Vllt. wären IQ-Tests bei Kommentatoren oder auch Redakteuren auch angebracht – werd ich ja noch sagen dürfen.

1. Intelligenz ist das, was ein IQ-Test misst. sonst nichts. besser ist dieses Konstrukt bis heute nicht greifbar

2. wer über die Vererbbarkeit von Intelligenz redet, sollte sich vllt. erstmal über die Vererbbarkeit von Intelligenz informieren, sonst kommen sehr, sehr peinliche Kommentare raus.

der Rest erübrigt sich schon fast, aber wenn ich schon dabei bin:

3. „wenn das Gymnasium auf die Universität und wissenschaftliches Arbeiten vorbereiten soll, auf intellektuelle Hochleistungen“ – äh, Bologna verpasst? auf der Uni wird nicht wissenschaftlich gearbeitet, da wird gepowerpointed bis zum Bachelor und dann knapp unter dem Master-NC rausgeschmissen, schließlich braucht es junge, billige Arbeitskräfte.
20% Abiturienten, die da jemand vorgeschlagen haben soll (*), und dann wieder laut aufheulen von wegen Fachkräftemangel, was? (auch wenn es den realiter nicht gibt, aber es passt hier mal zur Polemik)
(*) ich möchte gern zuerst die Originalarbeit sehen, bevor ich mich anschließe, dass das tatsächlich die Forderung ist

4. „ein seriös gemachter IQ-Test“ – ja, was haben wir denn bisher?
ach so ja, mit dem Thema wurde sich ja vorher nicht befasst, sieht man ja schon an Kritikpunkten 1 und 2 – hätte sich der Kommentator minimal mit dem kommentierten Thema befasst, wäre der Kommentar so gar nicht zustande gekommen.

5. „Migrantenkind“ – srsly? zur Rettung vor dem wütenden Mob mal mitleidig einfließen lassen, dass die (mutmaßliche) Herkunft mehr Einfluss auf die Benotung hat als die schulische Leistung, wie menschenfreundlich.
wieso aber nicht formulieren: „zentrale, anonyme Intelligenztests können unvoreingenommen das Potenzial erkennen“?

ein wenig mit der Welt versöhnt hat mich jetzt, dass die kommentierenden Leser der SZ den Vorschlag auch, vorsichtig formuliert, skeptisch sehen. Himmeldonnerwetter.

nur eines würde mich immer noch interessieren: Warum, zur Hölle, gibt die SZ für so einen Aberwitz Papier/Webspace her?
neoliberales Sondierungsprogramm, wie weit der Sozialdarwinismus sich mittlerweile verbreitet hat, und wo noch Nachschulungsbedarf für die Gutmenschen besteht?
oder einfach 1,5 Spalten frei und keine Werbung mehr zur Hand?
hätte es dann nicht eine Benefizanzeige auch getan, oder ein Extra-Sudoku oder die letzten 10 Lieblingstweets des Praktikanten? musste es wirklich solch ein Wursttext sein?

Anständige Leute / tiiieeef durchatmen… AAAAHHH! #9

Gelegentlich, anlassbezogen, schlägt das „gesunde Volksempfinden“ durch. In der Regel passiert das dann, wenn es ein in der Tat besonders verstörendes Verbrechen gegeben hat, mit einem besonders wehrlosen, arglosen, unschuldigen Opfer. Gewaltverbrechen gegen Kinder sind sehr dazu geeignet, gibt aber auch andere Beispiele (Angriffe auf Weidetiere fallen mir da spontan ein).

Wozu geeignet?
Die hauchdünne Schicht Zivilisationstünche abzukratzen und rauszukehren, was sich in den Köpfen so genannter „anständiger Leute“ im sonstigen Alltag nur mühsam, in solchen Fällen dann gar nicht mehr verbirgt:
Rache, Blutdurst, Lynchmoral, und Brutalität, die sich nur dadurch von der der Täter unterscheidet, dass sich sich das Deckmäntelchen der vermeintlich höherstehenden Moral umlegen kann.
363 Tage im Jahr können sie über Länder lästern bzw. mit heiligem Zorn schimpfen, in denen Sharia gilt, aber diese zwei Tage dann ganz selbstverständlich öffentliches Anprangern, Züchtigen/Auspeitschen, generell Körper- bzw. Leibstrafen, Gleiches-mit-Gleichem mindestens in diesen, also solchen „bestimmten Fällen“ tootaaaal angebracht finden.
Die Amerikaner mit ihrer Todesstrafe sind bei den gemäßigteren noch „eigentlich nicht so wirklich zivilisiert, aber…“, bei den Hardlinern – womöglich auch nur den ehrlicheren – müsste sowas auch hierzulande dringend wieder her. Natürlich nicht, um die eigene Blutgier und Mordlust zu befriedigen, sondern als Abschreckung (sieht man ja am Beispiel USA, wie klasse das funktioniert mit der Abschreckung) und „um die Gesellschaft vor solchen Perversen zu schützen“.

Ich frage mich nur immer, wer schützt mich vor solchen aufrechten Mitbürgern?
Und wie lange noch?

Hier, das Beispielbild zeigt es schon, der Beitrag hier lag einige Zeit halbfertig auf Halde, verlor aber dadurch nichts an seiner Relevanz.

Das niederste, letzte, tiefste… / tiiieeef durchatmen… AAAAHHH! #8

Kommentar-Screenshot

das niederste, letzte, tiefste, die unterste Stellung in der Gesellschaft, die ein Mensch in Deutschland erreichen kann, ist Flüchtling, Moslem, Ausländer zu sein – oder Leistungsempfänger.

obiger Screenshot ist, klar, aus Facebook, von einer Seite im Stile Goldener Aluhut. eine etwas verwirrte Person schlug vor, dass sich die Menschen mit dem Durchblick doch zusammentun und auswandern sollten. das zog u.a. die abgebildeten Kommentare nach sich.

ob es Individuen gibt, die an Chemtrails glauben, an Orgon-Strahlung, Erdstrahlung, levitiertes Wasser, Autismus durch Impfungen oder die hohle Erde, bitte, geschenkt. sollen sich in ihrer Filterbubble einrichten und sich wohlfühlen, je wohler sie sich da fühlen, desto weniger kriegt man „iRL“ von ihnen mit.

erschreckend finde ich die Kommentatoren, die solche Verwirrungen nur einer Klientel zutrauen: nicht-Erwerbstätige Leistungsbezieher, ALG2-Empfänger, also logischerweise nichts als Schmarotzer (wer kam eigentlich auf die Tautologie ‚Sozialschmarotzer‘, wo sollte man denn sonst schmarotzen, als am Sozialwesen… zutiefst hirnrissiger Begriff, wenn man es sich mal klarmacht). denn ganz klar: solche Idiotie kann nur jemandem einfallen, der völlig unterbelichtet ist und deswegen auf Sozialleistungen angewiesen – gleichzeitig aber anscheinend durchtrieben und verschlagen genug, um sich die Leistungen zu erschleichen, zu schmarotzen, denn rechtmäßiger Bezug von Leistungen wäre ja kein Schmarotzertum (vorausgesetzt, es gibt rechtmäßigen Leistungsbezug überhaupt. ich bin mal so humanistisch, und setze das als gegeben voraus).

es ist wirklich bestürzend. wenn heutzutage jemand als komplett unfähig, unglaubwürdig, inkompetent, beschränkt, minderbemittelt oder sonstwie diffamiert werden soll, reicht dazu ein einziger Sachverhalt bzw. dessen Unterstellung: ist nicht erwerbstätig und bezieht Sozialleistungen.

die Propaganda-Maschinerie im Dienst der Entsolidarisierung hat ganze Arbeit geleistet.
angesichts desen, dass heute schon das Fehlen von Erwerbsarbeit ausreicht, Mensch nicht mal zweiter, sondern bestenfalls dritter Klasse zu sein – was auf dem Boden der Entsolidarisierung alles zu wachsen imstande ist oder noch sein wird, macht mir Angst.

Design oder was?

aus Gründen die hier nicht erklärt werden müssen, bin ich grade auf der Suche nach einem Theme für eine Wordpress-Seite.
(nicht wirklich direkt ein Blog, sonst hätt ich das schon so geschrieben. für ein CMS auch nicht genug „Content“.)

aber hey, es ist unglaublich schauderhaft, was da als „Design“ und vor allem als „Features“ angedreht wird. wirklich jedes verdammte Theme hat ein paar Dinger, die aussehen wie bestimmte Logos, an die man sich im Web gewöhnt hat, und das ist dann dazu gedacht, zu den bekannten Social Media zu verlinken.
das schimpft sich dann Social Menu und gilt als Feature *facepalm*

dass die Themes alle in der Lage sind, sowohl auf Laptop, Tablet, als auch Handy (und wahrscheinlich auch noch auf der Smart Watch) hinreichend stereotyp gleich auszusehen, nennt sich responsive und ist natürlich auch ein Feature

nach 5 Minuten Themes durchgucken hatte ich 3 Buzzword-Bullshit-Bingo-Karten voll, eine neue Subkategorie Hipster-Mode-Phobie entwickelt und das unwiderlegbare Gefühl, dass da verzweifelt jeder versucht, so absolut exklusiv ultimativ besonders zu sein, dass der einzig entstehende Effekt ist, dass sie alle, aber auch alle gleich aussehen.

und das, was ich suche, ein „klassisches“ Theme ohne Tand, unnützen BlingBling, das mich die Beispielbilder, -menüs, -widgets und -kategorien gegen meinen Ernstfall austauschen lässt – scheint’s nicht zu geben.

Leute, kein Wunder, dass ihr mit eurem Theme-Schrott keine Kohle macht. Echt nicht. *facepalm, reloaded*

Markenwahnsinn / tiiieeef durchatmen… AAAAHHH! #4

aus Langeweile hab ich irgendwann angefangen, Marktforschungsumfragen auszufüllen (und ab und zu springt auch ein Gutschein dabei raus). außerdem hab ich zugegebenermaßen Spaß dran, manchmal einfach die Varianz zu erhöhen und zT halt auch die Sichtweise einer Misfit mit in die Umfrage einzuschleusen.

Nebeneffekt ist dabei, dass mir immer wieder Fragen und Konzepte unterkommen, bei denen der *Facepalm* bei weitem nicht ausreicht, um meiner Fassungslosigkeit Ausdruck zu verleihen. Fassungslosigkeit, was man einer Marke oder einem Produkt alles zuschreiben kann.

Klassensieger heute ist die Frage, welche der Marken „die Grundlage liefert für die vielen Herausforderungen, die im Leben auf mich warten.“
ich hab abgedeckt, um was es bei der Umfrage ging (am Ende werd ich von weiteren Teilnahmen noch ausgeschlossen *huch!*), aber es geht um ein banales Grundnahrungsmittel.
keine hochtrabende Nahrungsergänzung oder Superfood, auch keine mitgelieferte Philosophie, nein, ein einfaches Grundnahrungsmittel, das vermutlich in 98% aller Haushalte zu finden ist.

Marken_als_Grundlage_für_Herausforderungen_des_Lebens

aber vielleicht habe ich die Frage ja auch missverstanden, und das Produkt ist schon die erste Herausforderung, die im Leben auf mich wartet…?

es gibt noch ein paar weitere, ganz tolle Zuschreibungen, die Werber/ Marketingleute/Marktforscher/??? benutzen, um möglichst treffsicher das Brutzeln zu verkaufen, und nicht das Steak, bzw. … (vgl. Ferengi-Erwerbsregel 146: a.) Verkaufe das Brutzeln, nicht das Steak b.) Wenn möglich, verkaufe weder das Brutzeln, noch das Steak, sondern selbstdichtende Schaftbolzen) – ich werde die nach und nach dokumentieren, wenn sie mir unterkommen. da warten noch ein paar echt idiotische Klopper…